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19. August 2010
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Aufrufe: 4040
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1.800 Jahre alte Kräutermischung gegen Darmleiden
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Chinesische Medizin gegen Nebenwirkungen von Chemotherapien
New Haven/Martinsried - Eine 1.800 Jahre alte chinesische
Kräutermischung könnte Darmprobleme bei Chemotherapie-Patienten lindern. In dem
Kräutercocktail mit dem traditionellen Namen "Huang Qin Tang" sind chinesische
Pfingstrosen, chinesisches Süßholzextrakt, Bockhornsklee-Früchte und
chinesisches Helmkraut enthalten. Das neu gegründete Pharmaunternehmen
PhytoCeutica
http://phytoceutica.com hat die Extrakte unter dem Namen PHY906 in
Pillenform gepresst und klinischen Tests unterzogen.
Forscher des Pharmaunternehmens haben gemeinsam mit Wissenschaftlern der Yale
University School of Medicine
http://medicine.yale.edu herausgefunden, was diese Kräutermischung im Körper
macht. Unklar sind allerdings weiterhin die individuellen chemischen Substanzen
der einzelnen Pflanzen. 2004 hat die US-amerikanische FDA neue Richtlinien für
die Zulassung von Kräutermischungen erlassen. Damit könnten solche, wenn sie
sich nach klinischen Versuchen als sicher und effektiv erwiesen haben,
zugelassen werden, ohne dass die einzelnen Wirkstoffkomponenten bekannt sind.
Extrakt des Grünen Tees zugelassen
Die Salbe Veregen vom deutschen Pharmaunternehmen Medigene
http://www.medigene.com
ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das unter diese Richtlinien
fällt. "Bekannt war, dass Extrakte des Grünen Tees gegen Tumore eingesetzt
wurden", erklärt Georg Dönges vom deutschen Pharmaunternehmen Medigene. "Wie diese Substanzen wirkten, war aber unklar." Veregen ist nun als
Arzneimittel gegen Genitalwarzen zugelassen.
"Wissenschaftler haben festgestellt, welche Substanzen im Grünen Tee
virenhemmend sind", so Dönges. Gefunden wurden Katechine, die anschließend
isoliert wurden. Für die Salbenherstellung wird kontrolliert angebauter Tee
verwendet, da die Synthetisierung zu teuer käme. "Ob traditionell verwendete
Kräuter tatsächlich wirken, muss mit modernen wissenschaftlichen Methoden
überprüft werden", meint Dönges. Das sei allerdings aufwändig und teuer.
Neues Paradigma von Wirkstofffindung
Yung-Chi Cheng, Pharmakologe an der Yale University, sieht in dieser Entwicklung
ein neues Paradigma in der Entwicklung von Arzneimitteln. "Das ist ein typisches
Beispiel für den Austausch des Westens mit dem Osten", so der Wissenschaftler.
Die jüngsten Forschungsergebnisse geben zumindest einige zusätzliche
Informationen darüber, wie diese Kräuter auf den Darm wirken.
Bei Mäusen, die das Chemotherapeutikum Irinotecan erhielten, wurden die schnell
teilenden Zellen im Gedärm getötet. Irinotecan blockiert das Enzym
Topoisomerase, das für die DNA-Replikation wichtig ist. Bei der Gabe von PHY906
gemeinsam mit dem Chemotherapeutikum waren diese schnell teilenden Zellen jedoch
nach vier Tagen wiederhergestellt.
Genaue Kontrolle der Kräuter wichtig
"Auch wenn die Untersuchungen positiv verlaufen, muss immer auf die Toxizität
der jeweiligen Kräuter geachtet werden", betont die Biologin Elaine Holmes vom
Imperial College in London. Auch Dönges unterstreicht die Wichtigkeit dieser
Tatsache. "Es muss sichergestellt werden, dass die verwendeten Pflanzen frei von
Herbiziden und Pestiziden sind." (pressetext.austria)
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